Psychologie

Dauer:
3 Jahre
Studienbeginn:
1. September. (Studiengänge mit Studienbeginn Februar)
Sprache:
Englisch
Zulassung:
  1. Ein Abschluss, der dem niederländischen VWO Abschluss entspricht (Allgemeine Hochschulreife, Abitur)
  2. Nachweis ausreichender Englischkenntnisse
  3. Lebenslauf
Studiengebühren:
2060.00 € / Jahr
Hinweis
Bewerbungsschluss ist der 1. Mai (falls eine Unterkunft benötigt wird, muss man sich bis zum 1. April anmelden)
Worum geht's im Studium

Psychologie: Verhalten und Wohlbefinden

Im Bachelor Psychologie lernst du, wie man verschiedene wissenschaftliche Methoden nutzt, um das menschliche Verhalten und Wohlbefinden zu studieren. Du lernst, Verhalten zu verstehen – wie wir denken, fühlen und handeln – und wie diese Prozesse schief gehen können. Als Bachelorstudent erwirbst du die Methoden und das Wissen, um Fragen wie “Was macht uns zu dem, der wir sind?“, „Was macht eine Person glücklich oder depressiv?”, „Wie lernen wir?“ und „Warum haben manche Leute einen gesunden Lebensstil und andere nicht?“ beantworten zu können. Du wirst lernen, dass solche Fragen in einen breiteren Kontext eingebettet sind: wie Leute sich über ihr Leben hinweg entwickeln, wie Leute Entscheidungen wahrnehmen und treffen, was sie vorantreibt, wie genetische und Umwelteinflüsse zusammenspielen und uns zu dem machen, der wir sind, sowie wie und welche Eingriffe oder Therapien Leuten mit psychologischen Problemen helfen können.


Grundlagen

Der Bachelorstudiengang Psychologie bietet dir Kurse in klinischer Psychologie, Neuro- und Entwicklungspsychologie, kognitiver Psychologie, Biopsychologie, sowie Sozial- und Organisationspsychologie. In den ersten zwei Jahren deines Studiums erhältst du ein breites Verständnis über den Bereich der Psychologie, ihrer Methodik und den verschiedenen Forschungsfragen, welche den Bereich derzeit definieren. Nach dieser breitgefächerten Einführung wirst du dich – gegen Ende des zweiten Jahres – auf ein Thema deiner Wahl spezialisieren. In dem darauf folgenden Jahr wirst du dein Thema weiterverfolgen. Du erwirbst Wissen und Methoden, die deinen Interessen entsprechen sowie allgemeine Forschungsfähigkeiten.
 

Der Studiengang Psychologie kurz zusammengefasst

Der Bachelor Psychologie dauert drei Jahre. Der Unterricht beinhaltet Vorlesungen und Übungen. Durch die vorgegebene Literatur der Vorlesungen wirst du Wissen und Einblicke erhalten. In den betreuten Arbeitsgruppen wirst du dein Wissen durch Aufgaben und Diskussionen mit Mitstudenten erweitern. Das Studium wird run 40 Stunden pro Woche einnehmen (dies beinhaltet ca. 12 Kontaktstunden an der Vrije Universiteit Amsterdam).

Das erste Jahr:
Das Ziel des ersten Jahres ist es, Grundwissen der Psychologie und seiner unterschiedlichen Unterdisziplinen zu vermitteln. Die ersten Jahre beinhalten eine allgemeine Einführung in die Psychologie sowie Einführungen in die Grundfertigkeiten der Methoden, Statistiken und Diagnostik.

Das zweite Jahr: Theorie studieren psychologieIm zweiten Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Vertiefung des bereits bestehenden Wissens. Dies beinhaltet beispielsweise eine Einführung in die Neuropsychologie. In Neuropsychologie studierst du den Effekt, den Hirnschäden auf das Verhalten von Leuten haben (z. B. Agnosie, Sprachverlust, Demenz). Du hast ebenfalls Kurse in Arbeits- und Organisationspsychologie, Philosophie und Psychologie sowie Zusammenspiel von Genen und Umfeld. Zum Ende des zweiten Jahres kannst du dich zwischen drei Kursen entscheiden, welche die drei Spezialisierungen des dritten Jahres widerspiegeln. Dies wird dir dabei helfen, dich für deinen Minor zu entscheiden, der den Inhalt des dritten Jahres bestimmt.

Das dritte Jahr: Praxis
Während dieses sogenannten Profilierungsjahres wirst du dich in deinen Minor vertiefen, für den du dich am Ende des zweiten Jahres entschieden hast. Der Bachelorstudiengang schließt mit der Bachelorarbeit ab. Nach Abschluss des Bachelorstudiengangs können Studenten ihre Bildung in einem Master fortführen, welcher auf den Minor aufbaut, für den sich im dritten Jahr entschieden wurde.
 

Berufsaussichten

Mit Abschluss des Bachelors Psychologie erhältst du den Titel Bachelor of Science (BSc) und damit ein solides Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen der Psychologie. Nach dem Bachelor entscheiden sich viele Studenten für einen den Master of Psychology, der ebenfalls von der Vrije Universiteit Amsterdam angeboten wird.
 
Deine anschließende Karriere hängt von deinem exakten Masterstudiengang, der nachfolgenden Ausbildung und deiner Erfahrung ab. Hast du beispielsweise einen klinischen Master, kannst du klinischer Psychologe, klinischer Neuropsychologe oder Entwicklungspsychologe in einem Krankenhaus oder in einer psychiatrischen Klinik werden. Dort würdest du in der Behandlung und Diagnose der Patienten mit psychischen Störungen und psychosozialen Problemen involviert sein. Du kannst dich zum Arbeits- und Organisationspsychologen spezialisieren. Du kannst ebenfalls einer Karriere als Personalleiter oder Berater der Personal- bzw. Geschäftsführung einer großen Firma nachgehen. Als Sozialpsychologe kannst du in Kommunikations- oder Beratungspositionen in kommerziellen Organisationen und der Regierung arbeiten.
 
Die Vrije Universiteit Amsterdam bietet ebenfalls einen zweijährigen Forschungsmaster an, der Studenten auf eine akademische Karriere in der Psychologie vorbereitet. Nach Abschluss dieser Studiengänge kannst du als Junior Researcher an Universitäten oder Forschungsinstituten arbeiten oder deine akademische Karriere mit einem PhD fortsetzen.
 

Studieren an der Vrije Universiteit Amsterdam

studieren psychologie

Die Vrije Universiteit Amsterdam ist eine international renommierte Forschungsuniversität, die 1880 gegründet wurde.
Die Universität befindet sich im lebhaften Amsterdam, einer der multikulturellsten Städte der Welt mit der größten Ansammlung von Studenten in den Niederlanden. Der Campus ist umgeben von dynamischen und schnell wachsenden Geschäftsbezirken mit über 700 Unternehmen.
 
Mit mehr als 23.000 Studenten, davon 3.000 internationale, führt die Universität innovative Forschung über Probleme von großer gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Bedeutung durch. Die Vrije Universiteit Amsterdam unterscheidet sich in Forschung und Bildung durch vier interdisziplinäre Themen mit starker Beteiligung in derzeitigen gesellschaftlichen Sachverhalten: Human Health und Life Sciences, Science for Sustainability, Connected World und Governance for Society. Als Student wird dir dies dabei helfen, Grenzen wissenschaftlicher Fächer zu überschreiten, dich mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen und nach greifbaren Lösungen für eine bessere Welt zu suchen. Des Weiteren schätzt die Vrije Universiteit Amsterdam Vielfalt, egal ob in Kultur, Überzeugung, Nationalität, Vorbildung, Innovationsquelle und Fortschritt.
 
Kontakt
International Student Advisor
Frieda Schaufeli
phone: +31 (0)20 598 2883
E-Mail: Bachelors.fbms@vu.nl
Weitere Informationen gibt es auf www.vuamsterdam.com
 

Hochschulen, die diesen Studiengang anbieten

Maastricht UniversityErasmus University RotterdamRadboud UniversityUniversiteit van AmsterdamLeiden University
 
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Hohe Zulassungsbeschränkungen in Deutschland 

Seit Jahren steigt in Deutschland die Nachfrage nach Studienplätzen für Psychologie an Universitäten. Mittlerweile gibt es für das Fach Psychologie wesentlich mehr Bewerberinnen und Bewerber als Studienplätze. Im Jahr 2015 wurden laut Statistischem Bundesamt deutschlandweit rund 12.000 Studienplätze in Psychologie angeboten. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für den Bachelor in Psychologie liegt weitaus höher. Die Folge: Es werden Auswahlverfahren durchgeführt. Diese Auswahlverfahren, die an staatlichen Hochschulen in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben sind, berücksichtigen die Abiturdurchschnittsnote oder die Wartezeit. Derzeit schwanken die Auswahlgrenzen zwischen einem Notendurchschnitt von 1,1 bis zu 1,5 und die Wartezeit zwischen 8 bis zu 20 Wartehalbjahren. 

Zulassungsfrei in den Niederlanden studieren

 
Die benachbarten Niederlande bieten schon seit Jahren eine Alternative zum Studium in Deutschland an. Waren es am Anfang vor allem „NC-Flüchtlinge“, die den Weg ins Nachbarland suchten, so hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass die niederländischen Universitäten eine hervorragende Forschungs- und Lehrqualität haben. An zehn Universitäten kann in den Niederlanden Psychologie auf hohem Niveau studiert werden, mehr als die Hälfte bieten sogar englischsprachige Studiengänge an.
 
 

Fachhochschule (Hogeschool) oder Universität? Die Wahl der richtigen Hochschulart

 
Ähnlich wie in Deutschland kann man in den Niederlanden Psychologie an zwei verschiedenen Hochschularten studieren: Den Fachhochschulen (University of applied sciences), die in den Niederlanden als Hogescholen (singular: Hogeschool) bezeichnet werden, sowie an wissenschaftlichen Hochschulen, den Universitäten (Niederländisch: Universiteiten).
Während die Hogescholen für Psychologie den Praxisbezug in den Vordergrund stellen, sind die Universitäten forschungsorientiert ausgerichtet. Das bedeutet, die Universität bildet in erster Linie Wissenschaftler aus, die sich intensiv mit der Erforschung der menschlichen Psyche beschäftigen. Daher steht an der niederländischen Universitäten, wie an allen Universitäten weltweit, die Methodik des wissenschaftlichen Arbeitens auf dem Lehrplan. Dazu zählt die Methodik der Empirie und Statistik sowie Hypothesentests und Anlage von Forschungsprojekten. Die Fachhochschulen haben diese nicht im Lehrplan. Bei ihnen geht es vor allem um die praktische Anwendung von psychologischen Erkenntnissen.
 
 

Die Hochschulart entscheidet über den späteren Beruf

 
Wer sich für eine bestimmte Art von Hochschule entscheidet, muss sich vorher Gedanken darüber machen, was er einmal beruflich vorhat. Wer an einer Fachhochschule in Deutschland oder den Niederlanden Psychologie studiert, hat keine Möglichkeit damit in Deutschland als „Psychologischer Psychotherapeut“  zugelassen zu werden. Im deutschen Psychotherapeutengesetz von 1999 ist klar geregelt, welches Studium vor einer Zulassung zu diesem Beruf erforderlich ist. Darin wird ein Universitätsstudium Psychologie mit Schwerpunkt in klinischer Psychologie verlangt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Studium in Deutschland oder im europäischen Ausland absolviert wurde. Etwas gelockerter sind die Regelungen für den „Psychologischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten“. Diese dürfen psychisch erkrankte Menschen bis zu einem Alter von 21 Jahren behandeln. Hier reicht für die Zulassung ein Masterabschlüsse in Psychologie mit klinischem Schwerpunkt, aber auch ein Master in Erziehungswissenschaften oder Sozialer Arbeit.
 

Universitäten und ihre Schwerpunkte

 
Genauso wie deutsche Universitäten bieten die Universitäten in den Niederlanden Schwerpunkte im Psychologiestudium an, die jeder Studierende wählen kann. Der größte Schwerpunkt ist sicherlich die „Klinische Psychologie“. Hier geht es um die Erforschung und Behandlung von psychischen Erkrankungen des Menschen, wie beispielsweise Demenz, Schizophrenie, Magersucht und anderen. Diesen Schwerpunkt muss man auch in den Niederlanden wählen, wenn man später in die Weiterbildung zum „Psychologischen Psychotherapeuten“ in Deutschland gehen möchte. Ein weiterer Schwerpunkt ist die „Organisationspsychologie“, die sehr stark auch die Bereiche der „Wirtschaftspsychologie“ berühren. Weitere Schwerpunkte sind: „Neuopsychologie“, Sozialpsychologie“, Pädagogische Psychologie“ und viele mehr.
 
 

Fachhochschulen mit hohem Praxisbezug

 
Die deutschen Fachhochschulen stellen genauso wie die Hogescholen in den Niederlanden den Praxisbezug im Vordergrund. Man lernt dort, wie man das Verhalten von Verbrauchern beeinflussen kann (Werbe- und Konsumentenpsychologie) oder wie man das richtige Personal auswählt (Wirtschaftspsychologie, Human Ressource). Es wird hier eine Vielzahl an Spezialisierungsmöglichkeiten angeboten. Anders als an deutschen Fachhochschulen, an denen ein Bachelorstudium der Psychologie drei Jahre dauert, studiert man an niederländischen Hogescholen vier Jahre.
 


Unterschiede zwischen deutschen und niederländischen Universitäten – die Unterrichtsform!

 
In einem ganz wesentlichen Punkt unterscheiden sich Hochschulen in den Niederlanden von deutschen Hochschulen: Die Unterrichtsform des  „Problem-gesteuerten Unterrichts“. Während in Deutschland vor allem in Vorlesungen und (Pro-) Seminaren gelehrt wird, erarbeiten sich Psychologie-Studierende in den Niederlanden den Unterrichtsstoff in Form von Kleingruppenarbeit und Selbstlerneinheiten. In den Kleingruppen wird anhand formulierter Problemstellungen an Lösungen gearbeitet. Dadurch wird die Theorie immer wieder in Bezug zur (Forschungs-) Praxis gesetzt.
 

Unterschiede zwischen deutschen und niederländischen Universitäten – die Betreuung!

 
Niederländische Universitäten legen viel Wert auf eine optimale Betreuung ihrer Studierenden. Die Gründe dafür liegen unter anderem auch in der Art der Studienfinanzierung in den Niederlanden. Der direkte Zugang zu den Professorinnen, Professoren, Lektorinnen und Lektoren ist genauso selbstverständlich wie ein enger Kontakt zu Studentendekanen, die sich im Wesentlichen um die Unterstützung der Studierenden bei der Studienorganisation und Problemen kümmern.
 
 

Unterschiede zwischen deutschen und niederländischen Universitäten – die Ausstattung!

 
Niederländische Universitäten beeindrucken den Besucher auf den ersten Blick mit einer ausgezeichneten Ausstattung der Gebäude. So genannte „Lernlandschaften“ stehen den Studierenden genauso zu Verfügung wie ausgezeichnete Bibliotheken.
 

Das Bachelorangebot an Universitäten in den Niederlanden

 
Zehn Universitäten bieten in den Niederlanden Psychologie als Bachelorstudiengang an. Im Jahr 2016 haben in den Niederlanden 4.062 Studierende mit dem Studium der Psychologie (Bachelor) begonnen. An acht von zehn Universitäten wird das Studium der Psychologie in englischer Sprache angeboten. Lediglich die Universitäten Utrecht und die Universiteit van Amsterdam (UvA) unterrichten Psychologie ausschließlich auf Niederländisch. 
 

Der Weg zum Studienplatz in den Niederlanden

 
In den Niederlanden bewirbt man sich für das Fach Psychologie anders als in Deutschland. Während in Deutschland das Abiturzeugnis vorliegen muss, um sich zu bewerben, ist dies zunächst in den Niederlanden nicht notwendig, denn dort liegen die Fristen, je nach Hochschule, oft schon am Anfang des Jahres. Daher können sich Deutsche bereits in den Niederlanden bewerben, obwohl das Zeugnis noch nicht vorliegt. Allerdings ist zwingend notwendig, dass das Zeugnis bei Studienbeginn 1. September vorgelegt wird.
 

Trotz fehlendem Numerus Clausus sind Bewerbungsfristen einzuhalten

 
Mit Ausnahme der Universität Leiden haben die übrigen Universitäten in den Niederlanden Fristen für eine Bewerbung zum Fach Psychologie gesetzt. In den Niederlanden gibt es kein Winter- und Sommersemester, sondern lediglich ein Studienjahr. Und das beginnt, mit wenigen Ausnahmen, immer am 1. September des Jahres.
Folgende Universitäten erwarten eine Bewerbung
bis zum 15. Januar des Jahres:
Universität Groningen, Universität Maastricht, Universität Nijmegen
Bis zum 31. März des Jahres:
Universität Rotterdam
Und bis zum 30. April des Jahres:
Universität Utrecht, Universität Twente (Enschede), Universität van Amsterdam (UvA), Vrije Universiteit Amsterdam (VU), Universität Tilburg
Die Bewerbungen für das Fach Psychologie erfolgen zunächst online über die Website www.studienlink.nl, die, sofern sie von einem deutschen Server aufgerufen wird, alle Infos auf Deutsch erhält. Die Website www.studienlink-hilfe.de bietet zudem Hilfen an, die beim Ausfüllen der Seiten wichtig sein können.
 

Bei der Auswahl spielt die Abiturnote keine Rolle 

 
Anders als in Deutschland, wo der Abiturnotendurchschnitt beziehungsweise die Wartezeit als Auswahlkriterium gilt, wird in den Niederlanden im Fach Psychologie nach anderen Kriterien ausgewählt.
Zunächst verlangen einige Universitäten, dass bestimmte Fächer bis zum Abitur belegt sein müssen. Beispielsweise verlangt die Universität Twente in Enschede für den Bachelorstudiengang Psychologie, dass deutsche Bewerber Mathematik und Englisch bis zum Abitur belegt haben müssen. Egal ob als Grundkurs oder Leistungskurs.
 

Unterschiedliche Auswahlverfahren der Universitäten in den Niederlanden

 
Jede Universität in den Niederlanden kann die Auswahlkriterien selber bestimmen.
Beispiel: Universität Twente in Enschede
Hier wird für das Fach Psychologie ein Studienwahlcheck durchgeführt: Es muss ein Fragebogen ausgefüllt werden und Bewerber müssen an einem Probestudientag teilnehmen. Ziel ist es, die Beweggründe für das Studium, die eigenen Erwartungen und Fähigkeiten zu ergründen.
Beispiel: Radboud Universiteit Nijmegen
Diese Universität bietet einen englisch- und einen niederländisch-sprachigen Psychologiestudiengang an. Nach der Bewerbung bis zum 15. Januar werden die Bewerber in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Dazu zählt ein Multiple-choice-Test, in dem Fragen zu einem zuvor durchzuarbeitenden Psychologielehrbuch gestellt werden. Anschließend wird dann noch ein Motivationstest durchgeführt und dann entschieden, wer genommen wird. Das Verfahren zieht sich bis zum Juni hin.
Detaillierte Informationen zu den Zulassungskriterien findet man auf den Websites der Universitäten.
 

Hoher Frauenanteil im Psychologiestudium


In den Nederlanden liegt der Frauenanteil im Psychologiestudium ähnlich hoch wie auch in anderen Ländern: Zwischen 70 und 75 Prozent schwankt der Anteil von Uni zu Uni.
 

Das entscheidende erste Studienjahr

 
Viele Universitäten prüfen nach einem Jahr, ob die Studienwahl wirklich die richtige war. Studierende erhalten dann eine Studienempfehlung, in der festgehalten ist, ob sie ihr Studium fortsetzen dürfen. Oft hängt dies vom Erreichen einer bestimmten Punktzahl (ECTS) ab. Wer mehr als 45 von 60 möglichen Punkten erreicht, darf sein Studium fortsetzen. Die Universitäten in den Niederlanden veröffentlichen nach einem Jahr die Prozentzahlen derer, die das Studium fortsetzen durften:
Universität
Leiden (88%), Groningen (76%), Utrecht (90%), Rotterdam (69%), Enschede (80%), Maastricht (78%), UvAmsterdam (74%), Nimegen (83%), Tilburg (84%), VUAmsterdam (77%)
 

Perspektiven nach dem Bachelorstudium

 
Ähnlich wie in Deutschland ist der Bachelor einer Universität der erste berufsqualifizierende Abschluss, den man an einer Universität erreichen kann. Er ermöglicht einen direkten Einstieg in den Beruf als Psychologin oder Psychologe (B.Sc.) . Allerdings sind mit dem Bachelorabschluss einer Universität die beruflichen Möglichkeiten eher eingeschränkt. Aus diesem Grund setzen viele Bachelorabsolventen das Studium in einem Masterstudiengang fort. Während der Übergang vom Bachelor zum Master in den Niederlanden oft problemlos möglich ist, gibt es in Deutschland oft wieder Zulassungsbeschränkungen in Form eines Numerus Clausus. Entscheidend ist dann die erreichte Note im Bachelor. Ein Wechsel nach einem Bachelorabschluss in ein anderes Land ist möglich.
 

Das Masterstudium Psychologie in den Niederlanden

 
Masterprogramme werden sowohl an Universitäten wie auch an Fachhochschulen (Hogescholen) in den Niederlanden angeboten. Im Studienfach Psychologie wird dabei eine Reihe von Spezialisierungen angeboten. Grundsätzlich kann man zwei Arten von Mastern unterscheiden: die gesellschaftliche Mastervariante führt direkt zu einem Berufseinstieg und dauert oft nur ein Jahr. Daneben gibt es die wissenschaftliche Variante. Diese dauert oft bis zu zwei Jahren und kann bei einer Fortsetzung nach dem Master auch in einer Promotion münden.
 
Beispiel Universität Groningen:
Die Universität Groningen bietet in ihrem englischsprachigen Masterprogramm eine Vielzahl von Schwerpunkten an:
Clinical Neuropsychology/Cognitive Psychology and Psychophysiology/Industrial- and Organisational Psychology/Applied Social Psychology/Clinical Psychology/Traffic Psychology and Sustained Mobility/Reflecting on Psychology//Clinical Forensic Psychology and Victimology/Talent Development and Creativity/Environmental Psychology
 

Nach dem Bachelor – von der Fachhochschule zur Uni

 
Etwas einfacher als in Deutschland ist in den Niederlanden der Übergang von einer Fachhochschule zur Universität. An manchen Universitäten, wie beispielsweise der Reichsuniversität Groningen, wird ein so genanntes Pre-Master-Programm angeboten, in dem Bachelorabsolventen von Fachhochschulen die notwenigen Kenntnisse für das wissenschaftliche Arbeiten in Form von Credits nachholen können.
 
Die Anerkennung eines niederländischen Masterabschlusses Psychologie in Deutschland
Grundsätzlich werden alle Abschlüsse, die an einer europäischen Hochschule erworben wurden, problemlos anerkannt. Aber es gibt Ausnahmen, nämlich dann, wenn landesrechtliche Regelungen, wie zum Beispiel bei Jura, Medizin und eben auch bei Psychologie zur Ausübung eines Berufs vorgeschrieben sind.
 
Wer einen Master in Psychologie in den Niederlanden erworben hat, kann in allen Bereichen als Psychologe in Deutschland arbeiten und forschen. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wer eine Weiterbildung zum „Psychologischen Psychotherapeuten“ bzw. zum „Psychologischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut“ anstrebt, muss die Vorgaben des Psychotherapeutengesetzes erfüllen. Dort heißt es in § 5:
 
„Die Ausbildungen zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dauern in Vollzeitform jeweils mindestens drei Jahre, in Teilzeitform jeweils mindestens fünf Jahre. Sie bestehen aus einer praktischen Tätigkeit, die von theoretischer und praktischer Ausbildung begleitet wird, und schließen mit Bestehen der staatlichen Prüfung ab.
Voraussetzung für den Zugang zu einer Ausbildung nach Absatz 1 ist
1. für eine Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten
a)  eine im Inland an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlußprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt und gemäß § 15 Abs. 2 Satz 1 des Hochschulrahmengesetzes der Feststellung dient, ob der Student das Ziel des Studiums erreicht hat,
b) ein in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworbenes gleichwertiges Diplom im Studiengang Psychologie oder
c) ein in einem anderen Staat erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium der Psychologie,
2. für eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
a) eine der Voraussetzungen nach Nummer 1,
b) die im Inland an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule bestandene Abschlußprüfung in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpädagogik,
c)  ein in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworbenes Diplom in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpädagogik oder
d) ein in einem anderen Staat erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium.“
 
Wichtig ist, dass im Studium der Schwerpunkt „Klinische Psychologie“ gewählt wurde. Ohne diesen Studienschwerpunkt ist keine Zulassung zur Weiterbildung möglich.
 

Berufsperspektiven nach einem Psychologiestudium

 
Die Berufsaussichten für Psychologinnen und Psychologen können als gut bezeichnet werden. Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl der erwerbstätigen Psychologinnen und Psychologen im Zeitraum 1996 bis 2014 von 38.000 auf 99.000 weit mehr als verdoppelt.