Erfahrungsbericht zum Studiengang Tier- und Viehhaltung an der Van Hall Larenstein University of Applied Sciences

Julia Foshag

Julia Foshag studiert seit drei Jahren Equine, Leisure and Sports an der Van Hall Larenstein University of Applied Sciences und berichtet uns von seinen Erfahrungen. 

Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang an der Van Hall Larenstein University of Applied Sciences entschieden haben?
Nachdem ich zunächst ein Jahr Sportwissenschaft in Deutschland studiert habe, wurde mir schnell bewusst, dass dies die Richtung ist, die ich auch weiterhin gehen möchte. Lediglich der internationale Bezug und auch das Sammeln von Erfahrungen, bereits während des Studiums, durch Praktika, fehlten mir bei der Deutschen Universität. Der Studiengang ELS schien mir die beste Möglichkeit zu sein, all dies zu vereinbaren, zumal die Pferde auch schon seit meiner Jugend zu meinem Leben gehören.

Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Zunächst bin ich nur durch Zufall auf den Studiengang aufmerksam geworden, auf einer Studien-Messe bekam ich den Flyer von Studenten zugesteckt. Weitere Informationen bekam ich dann über die Homepage studieren-in-den-Niederlanden.de und am Tag der offenen Tür von Van Hall Larenstein.

Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Equine, Leisure and Sport ist ein englischsprachiger Studiengang, von daher musste ich keine Sprache komplett neu erlernen. Meine Aufenthalte in Australien nach dem Abitur haben mir dabei geholfen ohne Probleme dem Unterricht von Anfang an folgen zu können. Jedoch sind meine Erfahrungen, dass die Englischkenntnisse aus der Schule auch ausreichen. Gruppenarbeiten von Beginn an helfen sich auf die Sprache einzustellen. Durch das tägliche kommunizieren mit Studenten und Lehrern überwindet man schnell die anfänglichen Hämmungen.

Wie und wo haben Sie sich beworben?
Ich habe mich direkt am Tag der offenen Tür in Wageningen eingeschrieben, nachdem für mich feststand, dass dies der Studiengang ist, den ich die nächsten vier Jahre belegen möchte. Da es keinen Numerus Clausus gibt, war dies auch ohne Probleme möglich.

Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Da mir schon bei den Informationsveranstaltungen empfohlen wurde, sich früh um eine Wohnung zu kümmern, schrieb ich mich recht früh bei der Wohnungsgesellschaft Idealis (Idealis.nl) ein. Dies half mir, ein schönes Zimmer zu finden.
Auch wenn die Möglichkeit besteht sich privat in Wageningen einzumieten, würde ich jedes Mal wieder Idealis vorziehen. Da in den Zimmern von Idealis überwiegend Studenten leben, ist dies die ideale Möglichkeit neue Leute kennenzulernen und sich so optimal in Wageningen und das Studentenleben einzuleben.

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke?
Ich muss sagen, ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl in Wageningen und der Universität. Das lag zum einen an meinen netten Mitbewohnern und der tollen Atmosphäre in der Uni und unter uns ‚Ersti’s’; aber vor allem die tolle offene Art der Holländer half mir, sich schnell heimisch in Wageningen zu fühlen.
Geholfen hat mit Sicherheit auch, dass Wageningen eine kleine aber feine Stadt ist, mit vielen netten Kneipchen, die wiederum helfen neue Leute kennenzulernen.

Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Neben dem Aspekt im Ausland zu studieren und somit Erfahrungen zu sammeln, die man im Heimatland nicht machen würde, sehe ich den größten Vorteil von einem Studium in den Niederlande in dem Aufbau des Studiums. Die Möglichkeit so viele praktische Erfahrungen schon während des Studiums machen zu können (2-3 integrierte Praktika) und zusätzlich im Studium ein halbes Jahr an einer anderen Universität und nach Wahl auch in einem anderem Land zu studieren, gibt es selten.
Eine weitere Besonderheit ist auch das Prinzip, nach dem in den Niederlanden unterrichtet wird: ‚Competence-based-learning’ (Problem-orientierter-Unterricht). Jeweils am Anfang eines Terms werden die Studenten in Gruppen eingeteilt und erhalten eine Aufgabe/ Projekt, welches dann im Team während des Terms erarbeitet werden muss.
Der Unterricht unterstützt die Studenten die Aufgaben zu lösen. Zusätzlich stehen den Studenten Dozenten und Coachs für Fragen zur Verfügung. Trotz des eigenständigen Arbeitens hat man nie das Gefühl alleingelassen zu werden. So entwickelt man schon recht früh ein selbständiges Arbeiten und lernt seine Stärken und Fähigkeiten gut einzusetzen.

Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Ich habe seit meinem Beginn (Sommer 2007) meines Studiums keine wirklichen Nachteile finden können. Der einzige Nachteil zu einem Studium im Heimatland ist vielleicht die Sprachbarriere am Anfang des Studiums und die besondere Lässigkeit die die Niederländer zum Teil an den Tag legen. Gerade für uns ‚korrekte’ Deutsche mag das am Anfang ein Problem sein. Andererseits meistert man diese Umstellungen und kleinen Hürden während des Studiums und so kann man rückblickend die anfänglich als Nachteile empfundenen Punkte schnell als Vorteile sehen. Denn all diese Erfahrungen lassen einen nur stärker werden.

Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Ich empfehle euch auf alle Fälle einen ‚Tag der offenen Tür’ zu besuchen, das gibt euch die beste Möglichkeit sich direkt mit Studenten zu unterhalten. Eine andere Möglichkeit wäre an einem Schnuppertag teilzunehmen, das gibt weitere Einblicke in den Alltag eines Studenten von Van Hall Larenstein.

Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
Der positivste Aspekt der mir spontan einfällt ist, dass es jedem Studenten mehr oder weniger selber überlassen ist wie und in welche Richtung er sein Studium gestaltet. Also je nach Interesse wählt jeder Student seine eigenen Schwerpunkte, durch die Wahl eines individuellen Praktikums oder Minors (Schwerpunkt Semester). Dies lehrt einen auch schon früh Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Diese Flexibilität welche Van Hall Larenstein seinen Studenten bieten, bringt aber zum Teil auch mit sich, dass einige Prozesse etwas chaotisch ablaufen oder Informationen zum Teil spät an die Studenten weitergegeben werden.

Was planen Sie für die Zukunft?
Ich befinde mich momentan in meinem dritten Studienjahr und stehe vor meinem Halbjahrespraktikum, welches im März kommenden Jahres beginnen wird. Ich hoffe, dass mir dieses Praktikum dabei hilft, meinen Berufswunsch weiter zu differenzieren und sich in diesem Praktikum rauskristallisiert, welche Schwerpunkte ich in meinem Minor wählen sollte, um meine schon erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten auszubauen.
Ziel dieses Praktikums ist es natürlich auch, weitere Leute dieser Branche kennenzulernen und ein Angebot zu bekommen meine Bachelor-Arbeit für eine Company, in jener Branche, schreiben zu dürfen.

Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Rückblickend würde ich diesen Weg immer wieder wählen! Auch wenn es in den letzten zweieinhalb Jahren kleine Rückfälle und Enttäuschungen gab, haben diese mir im Endeffekt nur geholfen mich weiter zu entwickeln.

Wir bedanken uns bei Julia Foshag für ihr Interview.