Erfahrungsbericht zum Studiengang Industrielles Produkt-Design an der Fontys University of Applied Sciences

Annelen Steer

Annelen Steer studiert Industrielles Produkt Design an der Fontys University of Applied Sciences und erzählt uns von Ihren Erfahrungen.


Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang Industrielles Produkt Design an der Fontys University of Applied Sciences, Venlo entschieden haben?
Was mich überzeugt hat war die Tatsache, dass dieser Studiengang sowohl Theorie als auch Praxis vereint. Gerade das eigenständige Arbeiten an Projekten in der Hochschul-eigenen Werkstatt sowie das Praxissemester im 3.Jahr sehe ich als großen Vorteil. Des Weiteren finde ich die starke Verknüpfung mit Maschinenbau sehr interessant und auch der Abschluss „Bachelor of Engeneering“ hat natürlich seine Vorzüge.


Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Ich habe durch eine Bekannte von der Fontys gehört, mich auf der Homepage informiert und schließlich auch einen Tag der offenen Tür besucht.


Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Im Studiengang IPO sind keine vorherigen Sprachkenntnisse erforderlich. Während des 1.Jahres ist der komplette Unterricht auf Deutsch oder Englisch. Man bekommt Niederländischunterricht und schließt diesen mit einem Sprachtest am Ende des 1. Jahres ab, da ab dem 2.Jahr der Studiengang auf Niederländisch und z.T. auf Englisch stattfindet. Dem niederländischen Unterricht zu folgen ist dann kein Problem und wenn doch Fragen auftreten, bekommt man nochmal eine Erklärung auf deutsch.


Wie und wo haben Sie sich beworben?
Ich habe mich über die Homepage bei der Fontys angemeldet.


Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Ich bin direkt an die niederländische Grenze gezogen. Die Suche nach einer geeigneten WG ging über das soziale Netzwerk „Facebook“, wo es diverse Fontys-Gruppen gibt.


Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache, …)?
An die niederländische Sprache habe ich mich zum Glück schnell gewöhnt, gerade weil die Unterschiede zur deutschen Sprache nicht ganz so groß sind – es sei denn, es wird mit einem Dialekt gesprochen, aber das ist ja in Deutschland nicht anders. Ansonsten habe ich die Dozenten direkt als sehr offen und hilfsbereit erlebt, was mir das Zurechtfinden in der neuen Umgebung nochmal erleichtert hat.


Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Der Vorteil liegt darin, dass man in den 4 Jahren, die man hier für den Bachelor studiert, bereits sehr viel Praxiserfahrung sammeln kann. Außerdem ist in den Niederlanden in Design-Studiengängen keine Mappenprüfung angesetzt, was den Zugang erleichtert. Zudem lernt man während seines Studiums nicht nur ein spezielles Fach kennen, sondern auch gleich eine neue Kultur und eine neue Sprache und gerade der tägliche Umgang mit gleich 3 verschiedenen Sprachen sehe ich als großen Vorteil. Die Niederlande sind für uns zwar Ausland, aber dennoch ein bisschen Heimat.


Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Wenn man natürlich aus NRW kommt und über den Semesterbeitrag Bescheid weiß, kommen einem die Studiengebühren in Holland relativ hoch vor – aber dafür bekommt man auch was geboten.
Des Weiteren sind 4 Jahren immernoch mehr als die 3 Jahre, die man in Deutschland für den Bachelor braucht, aber wie schon gesagt – es lohnt sich.


Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Zum Studiengang IPO ist ganz klar zu sagen, dass es hier nicht nur um die künstlerische Komponente von Design geht, sondern gerade im ersten Jahr hauptsächlich technische Inhalte vermittelt werden.
Daher sollte man durchaus technisches Interesse mitbringen.


Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
Was ich anfangs nicht gedacht hatte ist, wie arbeitsaufwändig dieser Studiengang ist. Zum einen durch die Projekte aber auch dadurch, dass das Studium in Quartester unterteilt ist – heißt jedes Vierteljahr Prüfungen. Andererseits hat man dann einen überschaubareren Lernberg vor sich.
Positiv finde ich, dass man selber an den Maschinen arbeiten darf und auch die Dozenten einem immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.


Was planen Sie für die Zukunft?
In den noch kommenden Praxissemestern und dem Minor viele tolle und nützliche Erfahrungen sammeln und natürlich das Studium erfolgreich abschließen. Danach möchte ich gerne erst einmal Arbeiten und wenn ich dann noch motiviert bin, vielleicht noch den Master machen.


Sonstige Anmerkungen...
Bei dem Studiengang IPO ist es so, dass im 1. Jahr die Studiengänge Industrielles Produkt Design und Maschinenbau gemeinsam unterricht werden. Erst im 2. Jahr muss man sich dann entscheiden, welcher Richtung man folgt – oder man macht beides parallel, was natürlich ein größerer Aufwand ist, einem aber nachher 2 vollständige Bachelorabschlüsse ermöglicht.


Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Auf jeden Fall. Da ich mich nach dem Abitur mit der Entscheidung „Ausbildung oder Studium“ sehr schwer getan habe, ist das IPO-Studium an der Fontys für mich der perfekte Kompromiss… und ich denke, dass Design in der Industrie immer mehr Gewicht bekommen wird und daher dieser Studiengang ein großes Potenzial hat – eben wegen der Verbindung von Maschinenbau und Design.


Wir bedanken uns bei Annelen Steer!