Wildlife Management an der Van Hall Larenstein University of Applied Sciences

Eike Barth studiert Wildlife Management und berichtet über Ihre Erfahrungen an der Van Hall Larenstein University of Applied Sciences.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang am Van Hall Larenstein entschieden haben?
Ich bin auf den Studiengang Tiermanagement durch Zufall aufmerksam geworden. Ich fand vor allem das Konzept des Kompetenzgerichteten Lernens sehr reizvoll. Viel Praxis im Lernalltag, lange Praktikumsphasen und Unterricht in Englisch haben mich überzeugt. Zudem gab es in Richtung Wildlife Management einfach keinerlei Alternativen in Deutschland.

Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Zuerst im Internet und dann bei einem Tag der offenen Tür an der Hochschule.

Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Bevor das Studium begonnen werden konnte, musste ein 4-wöchiger Sprachkurs absolviert werden. Dieser wurde mit einem Examen abgeschlossen. Es war eine gute Einführung in die Sprache, aber trotzdem war der Anfang an der Hochschule schwer und es hat noch gedauert bis man sicher war im Sprachgebrauch. Von der Hochschule wurde für die Deutschen Studenten neben den normalen Modulen noch ein Holländisch Kurs angeboten.

Wie und wo haben Sie sich beworben?
Einfach mit dem Bewerbungsformular, das ich per Post an die Hochschule geschickt habe. Das ist in den Niederlanden sehr viel weniger bürokratisch als in Deutschland.

Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Zuerst habe ich ein Zimmer für vier Wochen gemietet. Danach habe ich ein Zimmer von einem Makler vermittelt bekommen und bin dann nach 6 Monaten in ein Studentenhaus gezogen. Leider ist die Wohnungssuche relativ schwierig und man sollte wirklich frühzeitig anfangen mit suchen.

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache, als …)?
Zuerst war es natürlich eine große Umstellung. In den Niederlanden ist alles weniger bürokratisch und wirkt erst mal etwas chaotisch. Wenn man sich aber darauf einlässt, erkennt man sehr schnell die Vorteile. Diese sind eindeutig, dass man mehr Freiheiten zugestanden bekommt, zum Beispiel bei Projektarbeit und viel mehr persönlicher Kontakt zu den Dozenten besteht, als das normalerweise in Deutschland üblich ist. Die Sprachbarriere war am Anfang natürlich ziemlich groß, aber die holländischen Studenten und die Dozenten haben Verständnis und zur Not kommt man auch mit Deutsch oder Englisch weiter.

Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Der persönliche Kontakt zu den Dozenten, individuelle Betreuung, kleine Klassen, Unterricht auf Englisch, lange Praktikumsphasen und das praktische Arbeiten an Projekten.

Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Zum Teil beschränken sich die Studienthemen auf die Niederlande und das kann für nicht holländische Studenten etwas frustrierend sein. Aber dank der EU findet alles doch im Rahmen dieser Richtlinien statt. Weiterhin muss man sich wirklich erst an die etwas chaotischen Zustände gewöhnen.

Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Offenheit für ein anderes Land. Eine gewisse Anpassungsfähigkeit ist auch nötig. Ansonsten, am besten mal hin fahren und alles auf sich wirklich lassen. Wenn es möglich ist, mit Studenten reden die schon an der Hochschule studieren.

Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
Ich habe in meinem Studium meine sprachlichen Fähigkeiten in Niederländisch, sowie in Englisch sehr weit ausbauen können. Inhaltlich habe ich Einblicke in sehr viele verschiedene Bereiche bekommen können. Weiterhin habe ich durch die intensiven Gruppenarbeiten während der Module meine Kommunikations- und Managementfähigkeiten enorm erweitert, was für den späteren Beruf eine gute Vorbereitung ist. Durch die Praktika, die ich absolvieren konnte, habe ich Einblicke in den Arbeitsalltag bekommen und konnte erfahren was zu mir passt. Das hat mir die Wahl meiner Studienschwerpunkte erleichtert.
Negativ würde ich die allzu allgemeine Ausrichtung im ersten Jahr beurteilen. Ich hätte lieber von Anfang an die Spezialisierung in meine Studienrichtung gehabt, anstelle von so manchem Modul, das ich letztendlich nicht brauche. Es ist zwar schön, dass man so breit Einblicke bekommt, aber ich würde mir trotzdem mehr Inhalt, in dafür weniger Bereichen wünschen.

Was planen Sie für die Zukunft?
Ich möchte nach dem Studium zurück nach Deutschland und dort im Natur und Umweltschutz tätig sein. Ich denke, dass mich mein Studium sehr gut auf den Berufsalltag als Manager vorbereitet und hoffe darauf, dass das unbekannte Studienfach Wildlife Management in Deutschland positiv aufgenommen wird. Unter Umständen werde ich noch einen Master machen – ich bin allerdings noch nicht sicher in welchem Land und mit welcher Ausrichtung.

Sonstige Anmerkungen...
Ich finde es sehr schön, dass es möglich ist sein Studium im Ausland zu absolvieren. Es freut mich, dass ich als ausländische Studentin so freundlich aufgenommen wurde und dass ich mich willkommen fühle.
Wer etwas anderes sucht als überfüllte Vorlesesäle, unpersönlichen Kontakt zu Dozenten und deutsche Bürokratie, der ist in den Niederlanden gut aufgehoben!

Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Ja. Auf jeden Fall.

Wir bedanken uns bei Eike für Ihr Interview!