Rankings

In internationalen Rankings gehören alle 13 Präsenz-Universitäten des Landes in ihren jeweils stärksten Fächern zu den 100 besten Unis weltweit.
Das ist ein ganz außerordentliches Ergebnis!
Zunächst geben wir einen Überblick, wie die holländischen Unis abschneiden und ihr findet Links zu den Rankingergebnissen jeder einzelnen der 13 Universitäten.
Dann geben wir Hinweise zum Nutzen der Rankings bei eurer Studienentscheidung und
erläutern, wie die Rankings funktionieren und wie sie gemacht werden.
Falls du an einer Fachhochschule studieren möchtest, wirst du hier leider keine Infos für dich finden: Internationale Rankings berücksichtigen leider nur die Universitäten!

Auf geht’s!

1. Wie schneiden die holländischen Unis ab?

Herzlichen Glückwunsch den niederländischen Universitäten! Ausnahmslos alle 13 niederländischen Universitäten (100%!) zählen nach dem britischen THE-Ranking 2016-2017 zu den 200 besten Universitäten weltweit!
Auch andere europäische Länder haben dort ihre Positionen verbessert - aber von diesem Ergebnis sind sie weit entfernt!

Nach dem sogenannten Shanghai-Ranking „ARWU 2012“ gehören 92% aller niederländischen Universitäten bei der Wertung der Gesamtuniversitäten zu den 500 besten weltweit. Zum Vergleich: Von den deutschen Universitäten erreicht nur ein knappes Drittel (32%) diesen Status. Die Kriterien dieses Ranking fokussieren besonders auf Forschungsleistung.

Noch deutlicher stechen die niederländischen Universitäten beim “QS World University Ranking (WUR) 2012“ hervor. 10% der deutschen Universitäten werden dort zu den 200 weltbesten gerechnet, aber wiederum 92% der niederländischen. Das WUR ist ein angelsächsisches Ranking, das stärker als ARWU auch die Lehre berücksichtigt.

Diese Ergebnisse beeindrucken auch deswegen, weil die deutschen Universitäten vielfach hohe Zugangsbeschränkungen (NC) haben, während das für die Universitäten in den Niederlanden nur ausnahmsweise gilt.
Kein anderes Land der Welt schafft es, ALLE Unis an die weltweite Spitze zu bringen! Aus den angelsächsischen Ländern sind wir gewohnt, dass es einige wenige Top-Unis gibt (Oxford, Harvard, Yale etc; die sogenannte ''Ivy-League''), die Mehrheit der Universitäten kann ihnen das Wasser nicht reichen.
Das ist in den Niederlanden anders!


Hier findet ihr die Ergebnisse der einzelnen Universitäten.

· Delft University of Technology
· Erasmus University Rotterdam
· Leiden University
· Maastricht University
· Radboud University Nijmegen
· Tilburg University
· University of Twente
· University of Amsterdam (UvA)
· University of Groningen
· VU University Amsterdam (VU)
· Wageningen University
· University Utrecht
· Eindhoven University of Technology

2. Helfen Rankings bei der Studienentscheidung?

Hochschulrankings treffen Aussagen über die Qualität von Forschung und Lehre an Universitäten. Aber wer macht diese Rankings und nach welchen Kriterien? Mit welchen Methoden?

  • Die meisten Rankings bewerten die Universität insgesamt, unterscheiden jedoch auch nach Fakultäten oder Fachbereichen. Das ist wichtig – denn eine Uni, die in dem einen Bereich top ist, kann in einem anderen Bereich floppen.
  • Universitäten haben zwei Hauptaufgaben: Forschung und Lehre. Wenn ihr einen Bachelorstudiengang sucht, ist die Qualität der Lehre und des Studiums für euch in der Regel wichtiger als die der Forschung. Schaut also bei den Rankings darauf, ob und wie die Lehr- und Studienqualität berücksichtigt wird.
  • Fachhochschulen sind in Rankings so gut wie nicht berücksichtigt. Wer sich für ein Fachhochschulstudium interessiert, kann das Thema ‚Ranking‘ überschlagen.

Alles in allem: Wie wichtig sind Rankings bei der Studienentscheidung? Für Doktoranden, auch für Masterstudenten können sie durchaus wichtig sein. Für Abiturienten, die einen Bachelorstudiengang suchen, bieten sie in der Regel bestenfalls zusätzliche Informationen, einen Anhaltspunkt.

3. Wie funktionieren Rankings?

Rankings funktionieren sehr unterschiedlich. Deswegen ist es erforderlich, sich zumindest einen kleinen Einblick in die Bewertungskritierien und -verfahren zu verschaffen.

  • Rankings werden in der Regel jährlich durchgeführt.
  • Die meisten Rankings bewerten sowohl die Gesamtuniversität als auch ermöglichen sie eine Differenzierung nach Fachgruppen, außerdem ist eine Gruppierung nach Weltregionen möglich.
  • Bei wenigen Rankings kann man die Bewertungskriterien aus einer Auswahl selber zusammenstellen.
  • Die Erhebungsmethoden sind unterschiedlich. Dazu zählen: Auswertung der Hochschulstatistiken; bibliometrische Auswertung wissenschaftlicher Datenbanken. Befragungen von Wissenschaftlern oder etwa von Arbeitgebern gehören nur selten dazu. Befragung von Studierenden gibt es überhaupt nur beim CHE.

4. Welche Rankings gibt es?

Hier könnt ihr euch einen Überblick über die wichtigsten Rankings verschaffen.

Times Higher Education (THE) World University Ranking
Das Ranking gehört zu dem Verlag des gleichnamigen britischen Magazins. Es werden Wissenschaftler befragt, Hochschulstatistiken ausgewertet, bibliometrische Analysen durchgeführt. Berücksichtigt werden 13 Kriterien, die zu fünf Bereichen zusammengefasst werden. Sie fließen in die Gesamtwertung mit unterschiedlichem Gewicht ein:

  • Lehre (30%)
  • Forschung (30%)
  • Zitierhäufigkeit (30%)
  • Internationalität (7,5%)
  • Wissenstransfer/wirtschaftlicher Einfluss (2,5%)

Der Bereich Lehre setzt sich aus fünf Kriterien zusammen. Darunter ist besonders die Reputation der Lehre, mit der Hälfte der 30%. Vorsicht: hier werden nicht Studierende, sondern Wissenschaftler befragt!


QS World University Ranking
Das QS Ranking richtet sich an Studieninteressierte. Das Unternehmen QS ist weltweit im Bereich Bildung/Auslandsstudium tätig. Vier Bereiche werden im QS Ranking bewertet: Forschung, Lehre, Arbeitsmarkterfolg der Absolventen, Internationalität.

  • Akademische Reputation, also der Ruf der Universität bei Wissenschaftlern (40%)
  • Ruf der Absolventen bei Arbeitgebern (10%)
  • Anzahl von Studenten je wissenschaftlicher Mitarbeiter (20%)
  • Zitierhäufigkeit (20%)
  • Anteil der internationalen wissenschaftlichen Mitarbeiter (5%)
  • Anteil der internationalen Studenten (5%)

ARWU (Shanghai Ranking)
Das Shanghai-Ranking wird von der Shanghaier Jiaotong-Universität seit dem Jahr 2003 durchgeführt. Es werden sechs Indikatoren berücksichtigt, wobei der Schwerpunkt auf Forschung liegt.

  • Anzahl Alunmi mit Nobelpreis oder Fieldsmedaille (Indikator für die Qualität der Ausbildung) (10%)
  • Wissenschaftler mit Nobelpreis bzw. Fieldsmedaille (Indikator f. Qualität des Personals) 20%
  • Häufig zitierte Forscher in 21 Fächern (Indikator f. Qualität des Personals) (20%)
  • In der Zeitschrift „Nature & Science“ (USA) publizierte Artikel (Forschungsleistung) (20%)
  • Im „Web of Science“ (USA) publizierte Artikel (Forschungsleistung (20%)
  • Größe der Institution (10%)

CHE Hochschulranking
Das Ranking, das in Deutschland wohl das bekannteste ist, ist anders gestrickt. Es vergleicht nicht Hochschulen, sondern die Studienfächer. Es beschränkt sich auf deutsche Hochschulen. Es berücksichtigt nicht nur Universitäten, sondern auch Fachhochschulen. Es dient weniger dazu, die allgemein beste Hochschule zu finden als dem Studieninteressenten zu helfen, die zu ihm passende Hochschule zu finden.
Als einziges der hier vorgestellten Rankings werden hier auch die Studierenden befragt. Weiterhin werden Professoren, Fachbereiche und Hochschulverwaltungen befragt. Es wird keine Rangliste erstellt, sondern es werden farbige Punkte in einer Tabelle verteilt, die die Stärken und Schwächen eines Studienganges erkennbar machen. Der Nutzer des Ranking kann die Kriterien nach individuellen Wünschen zusammenstellen und variieren.
Es werden 37 Bewertungskriterien berücksichtigt. Sie werden folgenden Bereichen zugeordnet:

  • Arbeitsmarkt- und Berufsbezug
  • Ausstattung
  • Forschung
  • Internationale Ausrichtung
  • Studienergebnis
  • Studienort und Hochschule
  • Studierende
  • Studium und Lehre

U-Multirank
Seit 2013 wird auf Initiative der Europäischen Union ein neues europäisches Ranking durchgeführt. An dem Konsortium sind die niederländischen Universitäten Twente und Leiden sowie das deutsche CHE beteiligt. In 2014 haben sich bereits rund 850 Universitäten aus der ganzen Welt zur Teilnahme registriert. In 2016 waren es bereits 1300 Hochschulen. Anhand von fünf Kategorien werden die Hochschulen eingestuft:

  • Renommee der Forschung
  • Qualität von Lehre und Lernumfeld
  • internationale Ausrichtung
  • Abschneiden beim Wissenstransfer
  • regionales Engagement

Die weitere Entwicklung dieses jungen europäischen Ranking erwarten wir mit großem Interesse.