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Erfahrungsbericht zum Studiengang Life Science (Molekulare Lebenswissenschaften) an der Radboud University

Patricia van den Berg

Patricia van den Berg ist im zweiten Jahr ihres Studiums und berichtet uns von ihren Erfahrungen.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang an der Radboud University entschieden haben?
Wenn es nur nach den Schulfächern geht, dann hätte ich wahrscheinlich fast alles studieren können, aber sowohl von den Noten als auch vom Interesse war ich besonders interessiert an Chemie. So war mir relativ schnell klar in welche Richtung ich meinen Studiengang zu suchen hatte.
Wie ich doch bei den Molekularen Lebenswissenschaften gelandet bin? Ich muss zugeben, dass ich ursprünglich mit einem Chemiestudium hier in Nijmegen begonnen bin. Recht schnell habe ich dann festgestellt, dass dieser Studiengang sehr viel Mathematik und Physik beinhaltet, die ich weder interessant fand noch das ich gut damit zurecht kam.
Das schöne in Nijmegen war die Möglichkeit im 1. Jahr innerhalb des Cluster: Chemie, Naturwissenschaften und Molekulare Lebenswissenschaften umzusteigen ohne von vorne beginnen zu müssen. Schlussendlich ist es die Biochemie und die molekulare Basis von Krankheiten die mich interessieren und der Wunsch vielleicht auch einen Beitrag in der Forschung leisten können.

Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Ich bin in den letzten beiden Jahren während der Oberstufe auf so ziemlich jeder Messe in Berlin gewesen und hatte irgendwann einen halben Schrank voll mit Broschüren, Zetteln und Internetadressen.
Auf einer kleinen Messe bin ich, weil gerade noch ein bisschen Zeit war, in einem Vortrag über „Studieren in den Niederlanden - Studieren in Nijmegen“ gelandet. Es folgte ein langes Gespräch am Messestand der Radboud Universiteit und schließlich bin ich im November nach Nijmegen zum Tag der offenen Tür für Deutsche gefahren. Was soll ich sagen…sie hatten mich gekauft und irgendwie habe ich auch meine Eltern überzeugt.

Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Ich habe im Mai/Juni 2008 für 4 ½ Wochen einen Sprachkurs des UTN (Sprachzentrum der Universität) belegt der extra für zukünftige deutsche Studenten angeboten wird. Zum Abschluss habe ich direkt nach diesen Wochen in Utrecht mein NT2-Examen (Staatsexamen Nederlands als Tweede Taal) abgelegt und war ziemlich froh und erleichtert als das Ergebnis dann kam und klar war, dass sich die Arbeit ausgezahlt hat.

Wie und wo haben Sie sich beworben?
Ich habe mich wie jeder der in den Niederlanden studieren möchte, über das Onlineportal Studielink.nl angemeldet. Das funktioniert eigentlich alles ganz gut. Sollten doch Probleme auftreten, habe ich immer schnell Hilfe vom Helpdesk von Studielink oder Universitätsmitarbeitern bekommen.
Im August kamen dann irgendwann die Papierformulare für die Einschreibung und der Rest war eigentlich kein großes Thema mehr.

Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Angesichts Berlin viel zu weit von Nijmegen entfernt ist um pendeln zu können, habe ich mich bei Öffnung der Einschreibung am 1. November 2008 bei der SSHN.nl eingeschrieben. Diese vermitteln auf Grundlage von Einschreibezeit Studenten ein Zimmer in einem Studentenwohnheim. Extra für Erstjahresstudenten bestehen zwei Wohnheime wo man versucht vor Studienbeginn alle Studenten unterzubringen. Aufgrund der langen Reisezeit vom Wohnort bekam ich Dringlichkeitsstufe 1 und habe dann auch schon Anfang Juli ein Zimmer bekommen im Studentenwohnheim, wo ich mir die Küche und das WC mit acht anderen Gangbewohnern teile.

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache, als …)?
Vor Studienbeginn findet aufgeteilt in die entsprechenden Studiengänge in kleineren Gruppen von rund 15 Leuten eine Einführungswoche statt, wo man eine Menge Information bekommt und vor allem erste Kontakte knüpfen kann. Anfangs war ich schon noch oft gehemmt oder habe auch nicht alles verstanden. Da ich die einzige Deutsche in meiner Gruppe war, bestand für mich aber auch die Notwendigkeit so schnell wie möglich meine Zurückhaltung aufzugeben und meine Mitstudenten und unsere Mentoren haben es mir so einfach wie möglich gemacht.
Trotz allem war ich vor der ersten Vorlesung super nervös und ich hatte doch Sorge vielleicht nichts zu verstehen. Nach zwei Stunden Mathe war ich erschöpft vom konzentriert zuhören und mindestens genauso überrascht wie gut es alles gelaufen war. Vor allem die ersten Monate war es für mich mehr eine Frage der Konzentration, als echt des Verstehens und ehe ich mich versah hatte ich auch schon angefangen niederländisch zu denken.
Über mein Hobby die Reiterei bin ich schnell bei einer Sportvereinigung, also eine Art Sportclub für Studenten gelandet. So habe ich Menschen mit dem gleichen Interesse kennengelernt, Freunde gefunden und ganz nebenbei viel Möglichkeit die Sprache zu üben. Sowieso sind die meisten Niederländer total nett und offen und man kommt gut mit ihnen in Kontakt. Wer will wird schnell heimisch und dann sind die ersten Unsicherheiten Schnee von gestern.

Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Simpel gesagt, man bekommt für sein Geld hier wirklich etwas geboten. Im Detail heißt das, dass ich mit nur rund 50-60 Mitstudenten studiere, Warteliste für Praktika gibt es nicht, bei Dozenten und den Studiencoordinatoren stehen die Türen offen, egal ob es eine kurze Frage oder ein ernstes Problem ist und nicht zuletzt ist es auch der internationale Charakter und der Ruf der Universität die überzeugen. Das Gefühl nicht nur eine Nummer in einem System zu sein, sondern als Mensch interessant und wichtig zu sein, war mir wichtig.
Außerdem finde ich es toll gerade in einem naturwissenschaftlichen Studiengang neben Niederländisch und Deutsch am Ende auch die englische Sprache Englisch gut zu beherrschen, was einem viele Möglichkeiten auf einem globalisierten Arbeitsmarkt bietet. Außerdem ist die Garantie eines Masterstudienplatzes sicher alles andere als selbstverständlich.
Durch den Auszug aus dem Elternhaus habe ich neben vielen Freiheiten und Verantwortung auch für mich persönlich viel gewonnen und bin irgendwie erwachsener geworden.

Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Wirkliche Nachteile gibt es für mich nicht. Wenn überhaupt dann kann ich sagen, dass ich finanziell hier sicher ein bisschen schlechter wegkomme, als z.B. in Berlin der Fall gewesen wäre. Das kommt vor allem durch die etwas höheren Lebenshaltungskosten in den Niederlanden.
Ansonsten ist das Studium sehr zeitintensiv und fragt viel von einem als Student. Mit einem guten Zeitmanagement bleibt aber doch immer Zeit für Freizeit.


Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Den besten Eindruck hat man immer, wenn man erst einmal vor Ort ist und auf einem Tag der offenen Tür erfährt man doch meist aus erster Hand von Studenten wie die Wirklichkeit aussieht um fest zu stellen ob es wirklich zu einem passt. Ansonsten können ein Gespräch mit Dozenten und ein Blick ins Labor nicht schaden. Weil neben einem guten Ruf einer Uni, muss man sich vor allem wohl fühlen auf dem Campus und in der Stadt. Nur wenn das ganze Paket stimmt, wird man auf Dauer auch zufrieden sein und erfolgreich studieren können. Wer sich für Nijmegen oder die Niederlande generell entscheidet sollte sich rechtzeitig um ein Zimmer kümmern und auch finanziell klären, wie man Studium und Lebensunterhalt auf die Beine stellt.

Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
Sehr positiv finde ich, dass viel Wert auf praktisch bezogenes Arbeiten in kleinen Gruppen gelegt wird, wo man sich im Teamverband neue Fähigkeiten aneignen kann. Dabei ist stets gute Begleitung anwesend, die bei Problemen helfen kann. Dieses Konzept lehrt einen selbstständig und in der Gruppe zu denken und dabei kritisch nach zu denken, um zu einer Lösung des gestellten Problems zu kommen. Der offene Kontakt mit Mitstudenten und Dozenten, so wie die gut aufeinander abgestimmten Arbeitsformen helfen einem große Mengen an Stoff in doch kurzer Zeit gut zu begreifen und ermöglichen es dem Studenten seine best mögliche Leistung zu erreichen.
Negativ ist, dass durch die hohe Stoffdichte man bei z.B. Krankheit oder persönlichen Problemen schnell schon einmal in Rückstand gerät und dann häufig noch härter arbeiten muss, will man die Lücke wieder schließen, so dass keine Zeit mehr fürs Privatleben übrig bleibt. Außerdem bleibt unter Umständen neben den Pflichtkursen wenig Zeit um noch Kurse zu folgen die man noch spannend finden würde, weil der Zeitplan es einfach nicht mehr hergibt.

Was planen Sie für die Zukunft?
Ich möchte erst einmal meinen Bachlor abschließen und werde so wie es momentan aussieht auch meinen Master an der Radboud Universität machen. Danach kommt dann wahrscheinlich noch ein Ph.D. die ich gerne noch einmal irgendwo anders im Ausland verbringen würde. Mein ultimatives Ziel? Eine Tätigkeit in der Forschung im Grenzgebiet zwischen Biochemie und der Medizin würde mich super interessieren und wenn alles weiter so gut läuft, habe ich gute Hoffnung das auch erreichen zu können. Nicht zuletzt dank der guten Ausbildung hier an der Radboud Universiteit Nijmegen.

Sonstige Anmerkungen...
Vergesst die Klischees und Vorurteile über Holland, was übrigens nur eine Provinz ist und lasst euch von dem was ein Studium in den Niederlanden zu bieten hat überraschen. Wer einmal näher hinschaut wird erkennen, dass vieles ähnlich und mindestens genauso viel anders ist. Und das anders nicht unbedingt schlecht sein muss, haben inzwischen eine Menge deutsche Studenten festgestellt.

Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Jederzeit, denn ich habe es nicht eine einzige Sekunde bereut.

Wir bedanken uns bei Patricia van den Berg!

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