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Chemie an der Hogeschool Zuyd

Nina Woike-Degen studierte eineinhalb Jahre Chemie an der Hogeschool Zuyd und berichtet uns von Ihren Erfahrungen.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang an der HogeSchool Zuyd in Heerlen entschieden haben?
Da ich mein Studium der Chemie in Deutschland aus persönlichen Gründen nicht beenden konnte, habe ich meinen Arbeitgeber gefragt, ob er mich finanziell bei diesem Studium unterstützen würde.
Da ich schon einen Arbeitsvertrag bei DSM hatte war ein normales Studium in Deutschland gar nicht mehr möglich und ich hielt es für die ideale Chance am Ende doch noch einen Hochschulabschluss zu bekommen.

Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Meine Kollegin hat in einer Firma gearbeitet, wo einige Chemielaboranten auch dieses Studium absolviert haben und die meisten meiner holländischen Kollegen haben ihren Bachelor auch an der Hoge School Zuyd in Heerlen gemacht. Dadurch kam ich dann an den Kontakt zu dem Lehrer, der mich während des Studiums auch betreut hat.

Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Ich hatte das Glück einen Niederländischkurs von der Arbeit aus besuchen zu dürfen und konnte somit sehr viel verstehen.

Wie und wo haben Sie sich beworben?
Ich habe direkt einen Termin mit meinem späteren Betreuer, Herrn Peters, gemacht und ihn in der Schule besucht.

Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
War nicht der Fall...

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache, als …)?
Ich hatte erwartet, dass es mir schwerer fällt, aber dadurch, dass die Lehrer flexibel sind, ist auch die Sprache nicht so ein grosses Problem. Man muss Niederländisch verstehen, um den Kursen folgen zu können, aber die Klausuren und Hausarbeiten darf man in Englisch, aber meistens auch in Deutsch schreiben, was eine sehr grosse Erleichterung war. Auch haben wir (deutsche Studenten) viel Unterstützung von unseren Holländischen Studenten bekommen bezüglich Verständnis oder Administrativen Problemen. Unsere Lehrer, bzw. Betreuer waren immer für uns da und haben sich sehr gut um uns gekümmert. Sie haben uns auf der Arbeit besucht und uns sehr gut durch das Studium begleitet.

Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Der sehr grosse Vorteil liegt daran, dass man schon arbeiten geht und die Möglichkeit hat, das Studium zu verkürzen aufgrund der Ausbildung in Deutschland. Das ist aber Voraussetzung, um ein verkürztes Studium zu machen.
Die Kurse sind so gelegt, dass man nur einen Tag pro Woche zur Vorlesung muss und diese fangen dann auch erst Nachmittags an. D.h. das man nur einen halben Arbeitstag verliert. Ausserdem hat man so eine Art Blockunterricht, d.h. das man für 6 Wochen einmal die Woche zur Hochachule geht und danach sind drei Wochen Pause, in denen man seine Klausuren schreibt, die meist Nachmittags oder Abends geschrieben werden.

Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Eigentlich keine, ausser vielleicht für diejenigen die kein Niederländisch verstehen können. Da die Sprache sehr nah am Deutschen ist, kann man das sehr schnell lernen, auch ohne einen speziellen Sprachkurs.

Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Schulabgängern kann ich nur empfehlen, erst eine Ausbildung zu machen und danach ein Studium. In der heutigen Zeit ist es nicht garantiert, dass man mit einem abgeschlossenen Studium ohne Berufserfahrung eine Arbeit bekommt. Wenn man allerdings schon in der Ausbildung die praktischen Erfahrungen gesammelt hat, ist es einfacher, so meine persönliche Erfahrung.
Ich kann es nur jedem empfehlen, der „nur“ eine Ausbildung hat. Der Bachelor ist international anerkannt und jeder Chef kann mit diesem Begriff etwas anfangen. Es war für mich immer schwierig zu erklären, was in Deutschland eine Ausbildung ist und was für ein Wissen man vermittelt bekommt. Im Grunde sind Chemielaboranten kleine Experten, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb sie gelernt haben. Daher sind Chemielaboranten in den Niederlanden sehr gefragt, aber mit einem Bachelor kann man nicht nur mehr Geld verdienen; man hat auch die Möglichkeit in anderen Ländern eine Anstellung zu finden.

Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
Ich habe eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht. Das schöne ist, dass der Bachelor in Holland als abgeschlossenes Studium anerkannt wird und nicht wie in Deutschland nur ein Grundstudium, mit dem man sich kaum irgendwo Deutschlandweit bewerben kann. Ausserdem war es eine gut Erfahrung, zu wissen, dass mein Arbeitgeber mich und meine Entwicklung unterstützt.

Was planen Sie für die Zukunft?
Bis jetzt habe ich nicht vor, den Master oder ähnliches zu machen, aber es ist schön zu wissen, dass man immer die Möglichkeit hätte, sich weiterzubilden. Arbeitsgebiet bezogene Kurse und Fortbildungen werde ich aber weiterhin besuchen.

Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Auf jeden Fall. Für mich waren es wirklich nur positive Erfahrungen.

Wir bedanken uns bei Nina Woike-Degen!

Ich wünsche weitere Informationen, u.a. auch den Newsletter von www.studieren-in-holland.de und stimme zu, dass meine Adresse an Hochschulen weitergeleitet wird, damit mir Infomaterial zugesendet werden kann.

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